Die 10 besten Recruiting-Videos (und Tipps zum Selbermachen)

Zuletzt aktualisiert:
15.7.2021
12/12/2021
12/12/2021
Minuten Lesedauer
Tamara Karg
Mit einem Recruiting-Video können Sie Reichweite schaffen. Es dient aber auch der Glaubwürdigkeit und ist ein Bestandteil des Employer Brandings.
Inhalt

Videoproduktionen sind nicht mehr aus der Unternehmenswelt wegzudenken. Aber ein toller Lehr- oder Imagefilm ist noch kein Recruiting-Video. Wenn Sie neue Mitarbeiter*innen gewinnen wollen, müssen sich etwas mehr einfallen lassen. Dabei sollte immer die Zielgruppe im Mittelpunkt stehen – also jene Kandidat*innen, die Sie für Ihr Unternehmen gewinnen wollen. Ihre Rekrutierungsvideos können dann auf unterschiedlichen Kanälen verteilt werden, je nachdem, wo Sie die Bewerber*innen am besten erreichen können.

Warum brauchen Sie Recruiting-Videos?

Die Welt ist multimedial geworden. Wir nehmen immer mehr Informationen über Videos auf. Netzwerke wie Facebook und Instagram bevorzugen in ihren Algorithmen Videos, und das Aufkommen von TikTok zeigt, wie schnell sich Videonetzwerke ausbreiten können. Filme können Informationen besser und komprimierter transportieren, weil sein einen Kontext liefern.

Im Recruiting wurden Videos zunächst eingesetzt, um ein Unternehmen ausführlicher darzustellen. Der klassische Imagefilm ist aber längst von Job-spezifischen Produktionen abgelöst worden. Die Stellenanzeige als Videobotschaft ist keine Seltenheit mehr. Studien zeigen, dass die über 18-Jährigen mindestens 33 Minuten am Tag Videos schauen.

Auch wenn in der Unterhaltung immer noch der Fernseher am meisten genutzt wird, sieht es in der Internetanwendung anders aus. Hier ist Video King. Und Sie als Recruiter finden am besten passende Kandidat*innen über Kanäle, die von diesen häufig genutzt werden. Per Recruiting-Video können Sie Ihre Ideen in Bild und Ton präsentieren, Storytelling einsetzen und ein authentisches Bild Ihres Unternehmens vermitteln.

Was macht ein großartiges Recruiting-Video aus?

Damit Sie mit Recruiting-Videos Erfolg haben, sollten Sie die Grundlagen für gute Produktionen kennen. Am Anfang steht dabei das Konzept: Sie sollten sich genau überlegen, was Sie mit dem Video erreichen wollen. Und: Nehmen Sie sich nicht zu viel vor. Nur weil man eine Menge Informationen in einen kleinen Film packen kann, muss das den Zuschauer*innen nicht unbedingt gefallen.

Wie lange sollte ein Recruiting-Video sein?

Die Länge eines Recruiting-Videos können Sie frei wählen, es gibt keine Regel und sie hängt von den Inhalten ab. Eine freie Stelle können Sie in weniger als zwei Minuten beschreiben, für ein Image-Video im Rahmen des Employer Brandings dürfen Sie sich auch gerne mal bis zu fünf Minuten Zeit lassen. Grundsätzlich ist es immer besser, mehrere kurze Videos als einen langen Film zu drehen.

Was sollen Recruiting-Videos über das Unternehmen zeigen?

Wenn Sie das Unternehmen als Arbeitgeber*in darstellen wollen, sollten Sie unbedingt die Menschen zeigen, die bei Ihnen arbeiten. Das wirkt nicht nur authentisch, sondern zeugt auch von Transparenz. Sie sollten Videoclips von der Stange vermeiden und nur an den wirklichen Orten drehen. Bedenken Sie dabei immer, dass Sie nicht einen Lehrfilm drehen, sondern Ihr Unternehmen als attraktive*n Arbeitgeber*in verkaufen wollen. Stellen Sie sich immer vor, wie sie als Kandidat*in das Video sehen würden.

Die tägliche Arbeit und Routine aufzeigen

Im Film sollten Sie darstellen, wie sich die Arbeit bei Ihnen gestaltet. Versuchen Sie viele Bereiche darzustellen, wenn es ein reiner Imagefilm ist. Wichtig auch hier: Immer Mitarbeiter*innen aus den Fachabteilungen zu Wort kommen lassen. Es muss nicht unbedingt die Abteilungsleitung vor der Kamera stehen.

Und: Achten Sie beim Filmen darauf, dass nur das im Bild ist, was Sie auch öffentlich zeigen wollen. Vermeiden Sie Computerbildschirme, Prozesstafeln oder anderer firmeninterne Daten, die für Mitbewerber interessant sein dürften. Interessenten sollten ein Gefühl dafür bekommen, ob sie ins Unternehmen passen und es sich als Arbeitgeber vorstellen können.

Mitarbeiter*innen als Darsteller*innen

Wenn Sie Ihre Mitarbeiter*innen als Darsteller*innen gewinnen können, kann das ein Motivationsschub sein und der Unternehmenskultur helfen. Üben Sie keinen Druck aus und versuchen Sie auch nicht, daraus einen Schönheitswettbewerb zu machen. Lassen Sie die Mitarbeiter*innen in kurzen, möglichst eigenen Worten sagen, was Ihre Tätigkeit ist und warum sie diese gerne machen.

Recruiting-Videos im Rahmen des Employer Branding

Wenn Sie ein Video als Teil des Employer Brandings drehen wollen, sollten Sie sich eine Strategie zurechtlegen. Wen wollen Sie erreichen? Was wollen Sie sagen? Und am wichtigsten: Warum sollte jemand ausgerechnet bei Ihnen arbeiten? Vermeiden Sie allgemeine Beschreibungen wie “wir sind ein verantwortungsvolles Unternehmen” und zeigen stattdessen, wie Sie diese Verantwortung wahrnehmen – zum Beispiel mit Kita-Förderungen, Umweltschutz oder Jobtickets.

Es geht in einem Recruiting-Video nicht darum, sich als besten Arbeitgeber darzustellen, sondern als besonders geeigneten. Überlegen Sie, mehrere Filme für unterschiedliche Ziel- und Altersgruppen anzufertigen. Scheuen Sie sich nicht davor, dabei mal kreativ zu sein, vor allem bei jüngeren Zielgruppen und neuen Formaten wie Insta-Stories.

10 Tipps für erfolgreiche Recruiting-Videos

  1. Erzählen Sie eine Geschichte. Schreiben Sie diese vorher auf, zum Beispiel die Karriere eines*r Mitarbeiter*in oder die der Firmengründer*innen. Menschen lieben  Geschichten!
  2. Stellen Sie Ihre Arbeitgebermarke in den Vordergrund. Vergewissern Sie sicher, dass Ihre Arbeitgebermarke klar, zugänglich und einprägsam ist.
  3. Erwägen Sie, eine Perspektive zu wählen, die nicht typisch für Recruitment-Videos ist. Videos können die gleichen Ergebnisse erzielen und die gleichen Elemente haben, ohne immer das gleiche Format zu verwenden.
  4. Bringen Sie eine unerwartete Wendung, die amüsiert oder überrascht.  
  5. Verwenden Sie gerne Humor im Rekrutierungsvideo. Nehmen Sie sich auch mal selbst auf die Schippe. Gute Videos sollen unterhalten.
  6. Sprechen Sie bestimmte Gruppen von  Kandidat*innen mit einer maßgeschneiderten Botschaft an. Seien Sie spezifisch, wenn es um bestimmte Qualifikationen geht.  
  7. Nutzen Sie alle Kanäle und Formate. Bespielen Sie soziale Medien wie z.B. Instagram, Facebook und TikTok.
  8. Rollen und Drehbuch sollten dem gewünschten Stil entsprechen. Wenn Sie auf der Suche nach dynamischen Menschen sind, sollten Sie also Ihr Recruiting-Video dynamisch und spannend machen.
  9. Verwenden Sie emotionale Elemente, um zu inspirieren. Überlegen Sie, was Kandidat*innen in einem Unternehmen suchen und adressieren Sie das.
  10. Nutzen Sie Ihre eigenen Mitarbeiter*innen als Drehbuchautor*innen. Binden Sie diese auf jeden Fall in die Produktion mit ein, denn dann werden die Filme authentisch.

10 Best Practice Recruiting-Video Beispiele

Free-Now: Der Mensch im Mittelpunkt

Das Unternehmen, früher als MyTaxi bekannt, vermittelt über seine Plattform Fahrer*innen und Fahrgäste. Als softwarebasierte Firma kann es seinen Angestellten nicht nur Homeoffice anbieten, sondern Arbeitsplätze in anderen Ländern – solange sie online sind.

In diesem Recruiting-Video wird ein Tag im Leben von Ronald erzählt, allerdings ohne eigentlich auf seinen Job einzugehen. Vielmehr geht es ums schöne Leben in Barcelona. Erst am Ende wird der Beruf des jungen Skateboardfahrers aufgelöst. Die Message: “Wir geben dir alle Freiheit, die du brauchst.”

Turck-Gruppe: Der beste duale Student der Welt

Das Unternehmen ist ein klassischer Mittelständler, der sich auf Automatisierungen spezialisiert hat. Im Video besucht der Moderator von Turck TV,  dem firmeneigenen YouTube-Kanal, einen jungen Mitarbeiter, Jan. Dieser ist dualer Student der Wirtschaftsingenieurwissenschaften, er verbringt also sowohl Zeit in der Uni als auch in der Firma. Im lockeren Gespräch in der Kaffeeküche wird auf Augenhöhe geplaudert und erklärt, was der Student eigentlich so macht.

Das Recruitment-Video richtet sich klar an Studierende oder Schulabgänger, die an Ingenieurwissenschaften interessiert sind. Er spricht die Sprache junger Menschen, informiert ohne aufdringlich zu sein und weckt Interesse. Die Tatsache, dass der Protagonist seine Bachelorarbeit im Unternehmen verfassen kann, dürfte für viele Studierende Grund genug sein, mal genauer nachzufragen.

NR Metallbau: Familiäre Atmosphäre vermitteln

NR Metallbau hat seinen Sitz in Straelen am Niederrhein und bietet Lösungen für Fenster- und Fassadenbau an. Im Recruitingfilm wird schon in den ersten Sekunden eine familiäre Atmosphäre aufgebaut, mit Geschäftsführerin Kerstin Budden und Geschäftführer Holger Ingenwepelt als Erzählerin und Erzähler.

Ziel dieses Recruitingvideos ist es, die Firma als Ausbilder zu platzieren. Zu Wort kommen ehemalige Auszubildende, die übernommen wurden, und zwar in verschiedenen Berufen. NR Metallbau will zeigen, wie vielfältig die Arbeit ist. Die Firma präsentiert sich als Arbeitgeber, der hochpräzise Produkte schafft, das aber in einer lockeren, fast freundschaftlichen Atmosphäre.

Mr. Spex Brillen: Spaß im Job

Der Brillenfachhändler versucht zunächst, Bilder wirken zu lassen, bis nach der Hälfte des Recruiting-Videos die Stimme des Erzählers ein Gesicht bekommt: Mirko Casper ist Managing Director und außerdem noch fotogen und sympathisch.

Weil der Fokus darauf liegt, dass die Arbeit im Unternehmen Spaß machen soll, hat Mr. Spex noch einige Minuten Outtakes angehängt. Die machen aus einem zunächst durchschnittlich scheinenden Imagefilm ein lustiges, unterhaltsames Video, bei dem die Führung sich selbst auf die Schippe nehmen kann.

Recruiting-Video BMW: Vielfalt als HR-Botschaft

Der deutsche Autobauer sucht in England Arbeitskräfte, in dem er seine Kernkompetenzen bildlich umsetzt. Schnelle Schnitte, so wie ein BMW unterwegs ist, viel Technik und Motoren im Bild und Vielfalt bei den Mitarbeiter*innen, wie man sie aus der Produktpalette kennt. Im eher konservativen Großbritannien darf dann natürlich nicht der Park fehlen, der zur Werksanlage gehört.

Weil Diversität bei den Briten großgeschrieben wird, hat BMW einen Schwerpunkt auf die unterschiedliche Herkunft und Geschlechter gelegt. Die Botschaft, dass hier Menschen aus aller Welt zusammenkommen, soll internationale Talente anlocken.

Volkswagen Nutzfahrzeuge: Mitarbeiter*innen als Testimonials

Manchmal kann eine Botschaft einfach indirekt wirken. Als einige seiner Modelle als bester in ihrer Klasse ausgezeichnet wurde, hat Volkswagen Nutzfahrzeuge kurzerhand die Mitarbeiter Danke sagen lassen. Der Hintergrund: Die Monteure und Metallbauer freuen sich, dass ihre Arbeit von Kunden so gewürdigt wurde. Gleichzeitig gibt es einen Einblick in die Produktion des Unternehmens und den Stolz, den die Mitarbeiter*innen in den Produktionsstätten haben. Auch Angestellte in einer Auslandsproduktionsanlage in Polen kommen zu Wort.

Dass ein Großkonzern auch mal daneben liegen kann, zeigt hingegen die Volkswagengruppe. Im Unternehmensvideo “Wir sind die Volkwagengruppe” ist eine professionelle Sprecherstimme über eine animierte Bilderserie gelegt. Es wird weder eine Geschichte erzählt, noch kommen Mitarbeiter*innen zu Wort. Stattdessen machen die vielen Grafiken aus dem Video einen Lehrfilm, wie man ihn eher aus der Schule kennt.

Mathematikerin bei Bosch: Frauen in Führungspositionen

Judith Stadlbauer ist Mathematikerin und arbeitet bei Bosch in der Fahrzeugelektronik. Das Recruiting-Video zeigt anschaulich, wie sie bei Bosch als Junior Manager ihre Karriere begonnen hat und sich langsam aber stetig im Unternehmen weiterentwickelt hat. Dazu gehörte sogar ein mehrjähriger Aufenthalt in der Türkei, wo sie wertvolle Auslandserfahrung sammelte.

Bosch zeigt mit diesem Recruitment-Video, das Frauen sehr wohl in Führungspositionen kommen können und versucht gleichzeitig. Frauen für STEM-Disziplinen zu gewinnen. Es geht im Video nicht so sehr darum was sie macht, sondern welche Menschen dort arbeiten. Und dass Männer und Frauen gemeinsam im Team arbeiten und Diversity wird groß geschrieben wird.

Deutsche Bahn: Menschen aus Europa

Imagefilme können ein Statement eines Unternehmens zu gesellschaftlichen und politischen Prozessen sein. Die Deutsche Bahn hat Mitarbeiter aus ganz Europa in einem Videofilm zusammengebracht, um sich zur europäischen Idee zu bekennen. Denn selbst wenn der Name es anders erscheinen lassen mag, die Bahn ist eng vernetzt mit den europäischen Nachbarländern. Und außerdem arbeiten Menschen aus ganz Europa bei der Bahn, zum Beispiel über das Eureka-Studium.I

m Recruiting-Video beschreibt Mitarbeiter Francisco Armas, wie Zusammenarbeit ein Grundpfeiler bei Projekten der Bahn ist. Hier positioniert sich der Arbeitgeber klar als weltoffene Firma, bei der Gemeinschaft und Vielfalt gelebt werden.

Edeka: Mitarbeiter*innen drehen eigene Recruiting-Videos

Der Lebensmittelhändler geht neue Wege in den sozialen Medien. Er erlaubt es den Filialleiter*innen, selbst kleine Filme zu machen und Mitarbeiter*innen zu suchen, zum Beispiel auf Facebook. Von der Zentrale gibt es das passende Layout, die Angestellten können dann einfach mit dem Handy filmen und das Ergebnis auf ihre eigene lokale Edeka-Facebook-Seite stellen. 15 Sekunden reichen schon aus, um lokal Aufmerksamkeit zu bekommen.

Nicht zu vergessen: Die Mitarbeiter*innen im Recruiting-Video können den Film mit Freunden teilen. So lässt sich schnell eine große Reichweite gewinnen, und das ohne großen Werbeetat. Wichtig dabei: Im Beitrag die Kontaktdaten nicht vergessen.

Ein anderer Ansatz ist die Verantwortung, die Edeka gegenüber seinen Lieferanten hat. Am Beispiel von Erika, einer Filialleiterin wird gezeigt, wie der Supermarkt und seine Chefin im ganzen Dorf bekannt sind und gleichzeitig bei den Bauern vor Ort kaufen. Denn bei Edeka wird versucht, soweit wie möglich von lokalen Produzenten zu kaufen. Damit schlägt Edeka gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Es zeigt, dass Filialleiter*innen mit vielen Menschen zusammenkommen und dass man einen Job hat, bei der Verantwortung für die Umwelt ernst genommen wird. Und schließlich stellt sich Edeka noch als Arbeitgeber mit gesellschaftlicher Verantwortung dar.

Stadtwerke München: Die Reportage

Manchmal können Sie einfach andere für sich arbeiten lassen. Das haben die Stadtwerke München gemacht, die München.TV eingeladen haben einen Film über Auszubildende zu drehen.

Der Vorteil: Es kam eine professionelle Reportage dabei heraus, wie man sie aus Fernsehsendungen kennt. Das erhöht die Glaubwürdigkeit, gleichzeitig können die Stadtwerke den Film als Video-Recruiting verwenden.

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