e-Recruitment – erfolgreich rekrutieren im digitalen Zeitalter

Zuletzt aktualisiert:
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06
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2021
10.6.21
12/12/2021
12/12/2021
Minuten Lesedauer
Luisa Spardel
Recruitee
Mit e-Recruitment kann der gesamte Personalbeschaffungsprozess digitalisiert und automatisiert werden, was Recruiter*innen und Kandidat*innen viel Zeit spart.
Inhalt

Mit dem Einzug des digitalen Zeitalters haben sich auch die Erwartungen von Arbeitnehmer*innen an die Unternehmen verschoben. Wer mit einem Klick auf dem Smartphone inzwischen seine Einkäufe erledigen kann, der möchte nicht mehr seinen Lebenslauf und das Anschreiben ausdrucken und per Post verschicken müssen. Alles spielt sich inzwischen online ab, auch der moderne Bewerbungsprozess. Wenn Sie als Recruiter*in jetzt auf e-Recruitment setzen, dann sind Sie auf dem richtigen Weg.

In diesem Artikel erklären wir Ihnen was e-Recruitment (auch e-Recruiting genannt) ist, welche Vorteile es hat, welche Komponenten dazu gehören und warum der menschliche Aspekt bei der Personalauswahl trotzdem niemals zu kurz kommen darf.

Was e-Recruitment ist und welche Vorteile es hat

Der Begriff e-recruiting, auch online recruiting genannt, bezieht sich ganz einfach auf die Nutzung von digitalen Hilfsmitteln wie dem Internet und Software im Personalbeschaffungsprozess. Die meisten Unternehmen nutzen diese schon längst für Teile ihres e-Recruitment-Prozesses, zum Beispiel um Bewerber*innen in Online-Jobportalen zu finden. Manche Firmen haben sogar schon ihren gesamten Prozess digitalisiert und automatisiert.

Die Vorteile des e-Recruitment liegen klar auf der Hand:

  • Durch eine höhere Reichweite lassen sich viel mehr geeignete Kandidat*innen anziehen.
  • Manuelle Aufgaben im Bewerber*innen-Management können automatisiert werden, was wertvolle Zeit für Recruiter*innen spart.
  • Der gesamte Einstellungsprozess wird effizienter und lässt sich verkürzen, wodurch wiederum Kosten gespart werden.
  • Der Recruiting-Prozess wird für Unternehmen und Bewerber*innen transparenter, denn er kann online einfach nachverfolgt werden.
  • Kandidat*innen, die nicht geeignet sind, können schneller ausgesondert werden.

Welche Komponenten zum e-Recruitment gehören

Mit e-Recruitment kann Ihr Unternehmen das gesamte Bewerber*innen-Auswahlverfahren digitalisieren. Damit alle Komponenten auch effektiv und automatisch zusammenarbeiten, gibt es Bewerber*innen-Management-Software, die den gesamten Prozess überspannt.

Ihr Unternehmen muss nicht alle Komponenten auf einmal implementieren. Oft ist es ratsam, den Prozess Schritt für Schritt zu digitalisieren, um sicherzugehen, dass alles reibungslos verläuft. Schon die Nutzung nur eines der aufgeführten Tools kann viele Vorteile und Verbesserungen bringen.

Unternehmenswebseite

Die Webseite Ihrer Firma ist natürlich erst einmal dafür da, potenzielle Kund*innen über die Produkte oder Services zu informieren. Sie könnte allerdings noch viel mehr für Ihr Unternehmen tun. Wenn Sie eine Karriereseite auf Ihrer Webseite einrichten, können Sie hier direkt auf offene Stellen aufmerksam machen. Außerdem können Sie Ihr Unternehmen potenziellen Mitarbeiter*innen vorstellen und schon jetzt die Werte und Vision vermitteln.

Hier sind unsere Tipps, wie Sie Ihre Webseite am besten fürs e-Recruitment nutzt:

  • Ein Link zur Karriereseite sollte direkt auf der Homepage in der Hauptmenüleiste zu finden sein.
  • Machen Sie schon auf der Homepage darauf aufmerksam, wenn es offene Stellen gibt. Zum Beispiel, mit einem hervorgehobenen “Wir stellen ein!”
  • Stellen Sie Ihr Unternehmen und wie es ist, dort zu arbeiten, mit einem ansprechenden Video vor. (Pro-Tipp: Lassen Sie darin Ihre aktuellen Mitarbeiter*innen zu Wort kommen.)
  • Beschreiben Sie, was Ihr Unternehmen für seine Mitarbeiter*innen tut, welche Vorteile Sie bieten und warum es sich lohnt, dort zu arbeiten.
  • Für Interessent*innen sollte es so einfach wie möglich sein, sich auf die ausgeschriebenen Stellen zu bewerben.
  • Ermutigen Sie zu Initiativbewerbungen. Damit können Sie Ihren internen Talent Pool füllen.

Online-Jobportale

Wohl kein Unternehmen kommt mehr bei der Personalbeschaffung an Online-Jobbörsen vorbei. Dabei ist die Auswahl groß. Die bekanntesten kostenpflichtigen Portale für den deutschsprachigen Markt sind StepStone, Monster und Jobs.de. Es gibt allerdings auch alternative Jobbörsen für kostenlosen Stellenanzeigen wie Indeed, die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit oder Finest-jobs.

Welche Jobbörse für Sie die richtige ist, kommt immer auf die ausgeschriebene Stelle und die individuelle Situation an. Hier sind unsere Tipps, mit denen Ihr Recruitment auf Jobportalen zum Erfolg führen wird:

  • Wählen Sie ein Portal aus, welches geeignete Kandidat*innen am häufigsten frequentieren. Wenn Ihre Konkurrenz schon vertreten ist, ist das ein gutes Zeichen.
  • Erstellen Sie eine prägnante, fehlerfreie Stellenanzeige, aus der klar hervortritt, nach wem Sie suchen und wie der tägliche Arbeitsalltag aussehen wird.
  • Heben Sie hervor, was Ihr Unternehmen bietet und für seine Mitarbeiter*innen tut.
  • Verlassen Sie sich nicht auf ein Portal oder einen Einstellungskanal, sondern verstreuen Sie Ihre Anzeige so weit es geht.

Soziale Medien

Es ist inzwischen ein Muss, dass Unternehmen auf den professionellen Netzwerken LinkedIn und Xing vertreten sind. Hier verbringen Ihre Kandidat*innen schon jetzt einige Zeit täglich und das sollten auch Sie tun. Das soziale Recruiting wird für die Personalbeschaffung immer wichtiger und ist ein fester Bestandteil des e-Recruitments. Arbeitssuchende nutzen die sozialen Medien immer häufiger, um sich einen ersten Eindruck von potenziellen neuen Arbeitgeber*innen zu verschaffen. Mit unseren Tipps können Sie positiv auffallen:

  • Erstellen Sie in jedem Fall ein kostenloses Unternehmensprofil, um Ihr Employer Branding (Ihre Arbeitgeber*innen-Marke) zu stärken.
  • Bevor Sie sich für kostenpflichtige Programme wie LinkedIn-Recruiter oder Xing-E-Recruitment entscheiden, testen Sie alle kostenlosen Optionen, um festzustellen, ob sich diese Kanäle wirklich für Ihre Talentsuche eignen.
  • Teilen Sie Links zu den offenen Stellenausschreibungen auf Ihrer Unternehmens-Webseite auf LinkedIn und Xing.
  • Regen Sie Kolleg*innen dazu an, Beiträge mit ihren Netzwerken zu teilen, damit sich Ihre Reichweite erhöht.
  • Treten Sie Gruppen bei, in denen sich die Fachkräfte, nach denen Sie suchen, tummeln.
  • Sprechen Sie potenzielle Kandidat*innen einzeln an und kommen Sie so ins Gespräch.

Für weitere Tipps, lesen Sie unsere 12 Strategien für das erfolgreiche Rekrutieren auf LinkedIn.

CV Screening Tools

Als Recruiter*in müssen Sie sich häufig durch einen nicht enden wollenden Berg von Lebensläufen lesen, um daraus die Kandidat*innen zu filtern, die die richtigen Voraussetzungen mitbringen und die es sich lohnt zu interviewen. E-Recruitment kann Ihnen jetzt auch dies, dank Software mit künstlicher Intelligenz, abnehmen.

Sogenannte CV Screening Tools, wie Ideal, scannen automatisch die Lebensläufe aller Bewerber*innen und vergleichen diese mit der Stellenausschreibung. Nun teilt das Tool Kandidat*innen in Kategorien ein, je nach deren Eignung für die ausgeschriebene Stelle. Damit sparen Sie als Recruiter*in nicht nur viel Zeit, die Bewertung der Lebensläufe läuft auch viel objektiver und einheitlicher ab.

Tests

Nachdem ein CV Screening Tool geeignete Bewerber*innen aus einem großen Haufen von Bewerbungen herausgefischt hat, können automatisierte Tests dabei helfen den Kreis weiter einzugrenzen. Eine Potenzialanalyse kann darüber Aufschluss geben, ob der*die Kandidat*in die richtigen Eigenschaften, Fähigkeiten, und Stärken mitbringt, um in der zu besetzenden Position erfolgreich zu sein. Damit können Sie sogar einen Blick in die Zukunft der Bewerber*innen werfen und herausfinden, ob derjenige*diejenige das Potenzial mitbringt, um sich intern weiterzuentwickeln.

Kognitive Leistungstests, Persönlichkeitstests und Simulationen sind jetzt online verfügbar und können von den Kandidat*innen ohne großen Aufwand für Sie durchlaufen werden. TalentSorter ist zum Beispiel ein geeignetes Tool. Die Ergebnisse, die meist in Form von automatisierten Reports sofort zur Verfügung stehen, erleichtern die Entscheidung, wer zum Interview eingeladen wird.

Bewerber*innen-Management-Software

Eine Bewerber*innen-Management-Software wie Recruitee, auch oft ein Applicant Tracking System genannt, ist das Herzstück des e-Recruitments. Damit kann das Bewerber*innen-Management komplett papierlos abgewickelt und automatisiert werden. Am besten sollte sich die Software mit Ihren bestehenden Systemen ohne großen Aufwand integrieren lassen. So kann Bewerber*innen-Management-Software in jedem Schritt des Recruiting-Prozesses helfen:

Kandidat*innen finden

  • Die eigene Karriereseite: Diese lässt sich ganz einfach erstellen, managen und auf der Unternehmenswebseite integrieren. Gleichzeitig wird die Karriereseite auch für Mobilgeräte angepasst und kann sogar in mehreren Sprachen verfügbar gemacht werden.
  • Stellenanzeigen erstellen: In der Software können Stellenanzeigen unkompliziert erstellt und mit Vorgesetzten und Teams abgestimmt werden. Dafür gibt es auch praktische Vorlagen.
  • Stellenanzeigen veröffentlichen: Ihre Stellenanzeige kann automatisch auf passenden Jobbörsen und der eigenen Karriereseite veröffentlicht werden. Die Software kann sogar Empfehlungen geben, welche Jobportale die richtigen und erfolgversprechendsten für diese bestimmte Ausschreibung sind. Alle Stellenanzeigen werden auch bei Google und LinkedIn indexiert und können so einfach gefunden werden.
  • Ein-Klick Bewerbungen aktivieren: Damit können Sie es noch einfacher für Kandidat*innen machen, sich über LinkedIn zu bewerben.
  • Talent Pools: Erstellen und verwalten Sie mehrere Talent Pools und erhalten Sie automatische Updates, wenn sich darin etwas tut.

Kandidat*innen auswählen

  • Detaillierte Kandidat*innen-Profile: Alle wichtigen Informationen Ihrer Kandidat*innen werden auf einen Blick angezeigt.
  • Automatisierte E-Mails: Erstellen Sie eine Serie von E-Mails, die automatisch ausgelöst werden und die Bewerber*innen durch den Auswahlprozess leiten.
  • Synchronisation von Kalender und E-Mails: So sind Sie und Ihr Team immer auf dem neuesten Stand.
  • Interview-Planung: Lassen Sie Kandidat*innen einen passenden Termin aus Ihrem Kalender auswählen. So wird die nervige Terminsuche per E-Mail oder Telefonanruf eliminiert.
  • Video-Chat: Damit erreichen Sie Bewerber*innen, die nicht persönlich erscheinen können.
  • Bewertungsvorlagen: Bewerten Sie Kandidat*innen objektiv und integrieren Sie ganze Teams, damit auch diese an der Auswahl teilhaben können.

Recruiting-Prozesse analysieren und optimieren

  • Key Performance Indicators (KPIs): Behalten Sie den Überblick über alle wichtigen KPIs, wie zum Beispiel den Zeitraum, bis eine Stelle besetzt ist.
  • Datenvisualisierung: Daten von jeder Phase des Bewerbungsprozesses im Überblick.
  • Bewerber*innen-Quellen-Analyse: Finden Sie einfach heraus, welche Recruiting-Kanäle für Ihr Unternehmen am erfolgreichsten sind.
  • Automatisierte, detaillierte Berichte: Diese machen es einfach, Ihrem*Ihrer Vorgesetzten ein Update zu geben, und lassen sich exportieren.

Der menschliche Aspekt

Dass das e-Recruitment viele Vorteile bietet, liegt auf der Hand. Bei aller Digitalisierung sollte aber auch der menschliche Kontakt niemals zu kurz kommen. Oft findet man erst im persönlichen Gespräch heraus, ob sich jemand wirklich für das Unternehmen eignet. Es besteht auch die Gefahr, dass durchaus geeignete Kandidat*innen durch die Tools herausgefiltert werden, weil sie, zum Beispiel, nicht die richtigen Schlüsselwörter in ihrem Lebenslauf verwendet haben. Im Endeffekt sollte Ihnen die Bewerber*innen-Management-Software nicht die endgültige Entscheidung für oder gegen eine*n Kandidat*in abnehmen. Sie ist eher ein Wegweiser und Hilfsmittel.

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