Wie kann Diversity Management funktionieren?

Zuletzt aktualisiert:
30.7.2021
18/12/2021
18/12/2021
Minuten Lesedauer
Luisa Spardel
Recruitee
Um Diversity Management erfolgreich im Unternehmen umzusetzen, braucht es passende Strategien & Maßnahmen. Erfahre hier, welche das genau sind.
Inhalt

In den vergangenen Jahren kamen weltweit immer wieder neue Bewegungen auf, die mehr Gleichberechtigung und Vielfalt verlangen. Auch der Druck auf Unternehmen in Bezug auf Diversity Management ist groß. Betroffene Angestellte machen Versäumnisse öffentlich, was letztlich die Reputation schädigen kann. Umso wichtiger ist es, Diversity Management nicht nur als Lippenbekenntnis, sondern als wichtige Reform in deinem Unternehmen zu verstehen.

Die demografische Entwicklung zeigt, dass es in Zukunft mehr ältere Arbeitnehmer*innen geben wird, gleichzeitig aber weniger Fachkräfte. Es wird deiner Firma deshalb gar nichts anderes übrigbleiben, als in Zukunft mehr auf die Qualifikationen als auf Geschlecht, Alter oder andere äußere Faktoren zu achten. Dieser Artikel erklärt dir, welche Strategien notwendig sind, damit Diversität in allen Unternehmensbereichen funktioniert.

Wichtige Maßnahmen zur erfolgreichen Umsetzung von Diversity Management

Du wirst eine Fülle an Maßnahmen brauchen, um Diversity Management erfolgreich in deinem Unternehmen einzuführen. Je nachdem, wie dein Unternehmen strukturiert ist und welche Führungsstrukturen herrschen, wirst du die Strategie entsprechend anpassen müssen.

Bei stark hierarchischen Unternehmen ist es oft von Vorteil, wenn gleich zu Beginn die mittleren Führungsebenen eingebunden werden. Das stellt das Projekt auf eine breite Basis und gibt gleichzeitig Verantwortung weiter.

Ist deine Firma bereits sehr flach organisiert, wird mehr Arbeit auf dich zukommen. Denn in diesem Fall muss die Führung die Rahmenbedingungen für das Diversity Management sicherstellen.

Aktives Vorleben auf Führungsebene

In beiden Fällen kann ein Diversity Management nur eingeführt werden, wenn die Führungsebene es auch selbst lebt. Es geht nicht darum, dass du ein Projekt einführst und dann deine Mitarbeiter*innen es ausführen lässt. Du wirst immer wieder über Berichte und andere Maßnahmen überprüfen müssen, wie Diversity sich in deinem Unternehmen entwickelt.

  • Diversity Management gilt bei Einstellungen und Beförderungen auch für die Führungsebene.
  • Alle drei Monate muss in der Führungsebene Diversity Management auf der Tagesordnung stehen.
  • Im Vorstand beziehungsweise in der Geschäftsführung gibt es eine*n Verantwortliche*n für den Bereich Diversity Management.
  • Diversity Management ist Teil des Geschäftsberichtes.
  • Öffentliches Versprechen der Führungsebene zur Umsetzung von Diversität.

Unternehmensweite Kommunikation

Dieses Versprechen muss gelebt, aber auch entsprechend kommuniziert werden. Die Botschaft, dass Diversität jetzt gefördert und umgesetzt wird, muss unmissverständlich sein und ständig wiederholt werden. Du kannst das auf verschiedene Weise bewerkstelligen:

  • Workshops auf Abteilungsebene und mit „Champions“, die sich besonders engagieren
  • Regelmäßige interne Newsletter zum Thema Diversity Management
  • Klares Statement auf der Webseite zur Förderung von Diversität
  • Informieren von Partner*innen und Zulieferer*innen über die Diversity-Maßnahmen
  • Eindeutige Formulierungen in Stellenanzeigen und Ausschreibungen

Risikobereiche identifizieren

Kein Projekt ist ohne Risiken, und auch beim Diversity Management müssen diese Schwachstellen identifiziert werden. Am besten wirst du in Workshops mit deinen Angestellten versuchen, Bereiche zu identifizieren, wo die Umsetzung von Diversity Management schwierig sein könnte. Eine ausführliche Analyse der Ist-Situation in deinem Unternehmen ist dabei unumgänglich. Du kannst für diese Recherche auch externe Berater*innen hinzuziehen, weil diese einen neutralen Blickwinkel haben.

Beispiele potentieller Risikobereiche:

  • Personalabteilung
  • Einstellungsgespräche
  • Stellenausschreibungen
  • Interne Beförderungen
  • Internes Teambuilding, insbesondere die Besetzung von Teamleiter*innen

Die mittlere Führungsebene überzeugen

In fast jedem Unternehmen stellt die mittlere Führungsebene eine bestimmte Barriere dar, wenn es um eine firmenweite Umsetzung geht. Diese Barriere ist oft gewünscht, vor allem wenn der Vorstand ein Projekt dieser Ebene gänzlich überlässt. Es besteht aber die große Gefahr, dass sich zu viel Eigenständigkeit entwickelt.

Beim Diversity Management müssen zum Beispiel Mitarbeiter*innen in der Lage sein, sich auch direkt an den Vorstand oder eine dem Vorstand berichtende Person wenden zu können. Die mittlere Ebene wird auch einen Großteil der Maßnahmen im Diversity Management operativ umsetzen müssen.

Ein Weg, dieses zu erreichen, ist eine klare Kommunikationsstrategie. Die Absicht, die das Diversity Management verfolgt, muss nicht nur kommuniziert, sondern auch von den Führungskräften verstanden und akzeptiert werden.

Ein Feedback-Loop ist eine gute Methode, bei der es zu einem ständigen Austausch in beiden Richtungen kommt. Diversity Management ist erst dann in der mittleren Führung angekommen, wenn es mehr Fragen zum Wie als zum Warum gibt.

Ansprechpartner*innen fürs Diversity Management schaffen

Eine wichtige Maßnahme, die du für Diversität in deiner Firma durchführen musst, ist, eine verantwortliche Person zu benennen. Je nach Größe deines Unternehmens kann das sogar eine Vollzeitstelle sein. Du kannst aber auch eine*n geeignete*n Mitarbeiter*in aus der Personalabteilung oder aus anderen Bereichen damit betrauen.

Wichtig: Der*Die Diversity Manager*in berichtet an den Vorstand. Die Position hat viel mit Vertrauen zu tun: Mitarbeiter*innen müssen sich sicher sein, dass Beschwerden oder auch Vorschläge ihnen keine Nachteile bringen. Der Vorstand muss ebenfalls dieser Person vertrauen können, die Vision, die man formuliert hat, auch umsetzen zu können.

Evaluierung und Reporting

Damit du weißt, wie gut das Diversity Management funktioniert, brauchst du entsprechende Instrumente. Die Umsetzung deiner Maßnahmen muss messbar und nachvollziehbar sein. Auf jeden Fall aber wirst du das Thema Diversität in die vorhandenen Berichte integrieren müssen. Jeder Bericht einer Abteilung, der monatlich abgegeben wird, muss auch einen Diversity Management Report enthalten, in dem die umgesetzten Maßnahmen dargelegt werden.

Solche Maßnahmen können sein:

  • Planung von Home-Office Angeboten
  • Einführung von Home-Office
  • Zahlen zur Nutzung von Home-Office
  • Altersstruktur in der Abteilung
  • Diversitätsstruktur (Alter, Geschlecht, Herkunft, Behinderungen, familiäre Verpflichtungen)
  • Altersgerechter Umbau von Arbeitsplätzen (z.B. neue Stühle)
  • Behindertengerechter Umbau
  • Zahlen zu Bewerber*innen, aufgeschlüsselt nach Diversitäts-Kriterien
  • Zahlen zu eingeladenen Bewerber*innen, aufgeschlüsselt nach Diversitäts-Kriterien

Du kannst aber auch die Auswirkung von Diversity Management auf die Wirtschaftlichkeit evaluieren. Hierbei kannst du teilweise auf bestehende Daten zugreifen, die nur etwas anders aufbereitet werden müssen.

Beispiele für Kennzahlen und Messgrößen:

  • Umsatzentwicklung verglichen mit Diversitätsmaßnahmen (z.B. Entwicklung Gewinne und Frauenquote)
  • Einsparungen durch weniger Arbeitsgerichtsverfahren wegen Diversität
  • Zahl und Entwicklung von Bewerbungen
  • Produktivität
  • Krankheits- und Abwesenheitstage
  • Motivation und Zufriedenheit (durch Umfragen erstellen)

Zusammenfassung

Diversity Management ist ein komplexes Gebilde, das sich auf alle Bereiche deiner Firma erstreckt. Du brauchst ein Bündel an Maßnahmen, um es umzusetzen. Sehr wichtig ist zu verstehen, dass Diversität kein Projekt ist, das irgendwann abgeschlossen wird, sondern fest in der DNA deines Unternehmens verankert sein muss.

Und: Du und dein Vorstand oder deine Geschäftsführung müssen mit bestem Beispiel vorangehen.

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